Kurz gesagt: Ein ISOBUS-Netz ist ein CAN-Bus, und ein CAN-Bus braucht an jedem seiner beiden Enden einen Abschluss. Bei ISOBUS schließt der Traktor sein eigenes Ende ab. Das Ende auf der Geräteseite schließt ein aktiver Abschluss, der Terminating Bias Circuit (TBC), den die Heck-Steckdose über Pin 6 und 7 versorgt. Bei ausgeschalteter Anlage messen Sie zwischen CAN H und CAN L etwa 60 Ohm. Etwa 120 Ohm heißt: Ein Ende fehlt.
An den ISOBUS-Abschluss denkt niemand, bis das Anbaugerät nicht mehr am Terminal erscheint. Er steckt in einem Stecker oder Kabelbaum, den man nie aufmacht. Stimmt er nicht, kommt "Anbaugerät nicht gefunden", ein flackerndes Virtual Terminal oder CAN-Bus-Fehler, die kommen und gehen. Hier steht, was der Abschluss macht, wo er sitzt, wie Sie ihn prüfen und was der Händler unter "Abschlussstecker" oder "ISOBUS-Dummy" verkauft.
Was ein ISOBUS-Abschlusswiderstand macht
ISOBUS läuft auf CAN, einem Zweidrahtbus aus CAN H und CAN L, den sich alle Steuergeräte an Traktor und Anbaugerät teilen. Trifft ein Signal auf ein offenes Leitungsende, wird es zurückgeworfen. Der Abschluss nimmt es auf. Fehlt er, stören die Reflexionen die Nachrichten, und die Steuergeräte verpassen sich gegenseitig.
Ein CAN-Bus hat zwei Enden und braucht deshalb genau zwei Abschlüsse. Bei ISOBUS:
- Traktorseite: Der Abschluss sitzt im Traktor, im eigenen Kabelbaum oder in einem Steuergerät. Zu sehen bekommen Sie ihn selten.
- Geräteseite: Den Abschluss übernimmt ein TBC, oft im Stecker des Anbaugeräts verbaut und vom Traktor über die ISOBUS-Steckdose am Heck versorgt.
Steuergeräte dazwischen hängen ohne eigenen Abschluss am Bus.
Passiver Abschlusswiderstand oder aktiver TBC
Ein normaler CAN-Abschluss ist passiv: ein 120-Ohm-Widerstand zwischen CAN H und CAN L.
ISO 11783 schreibt für den Gerätebus eine aktive Variante vor, den Terminating Bias Circuit (TBC). Auch er ist ein Abschlussnetzwerk zwischen CAN H und CAN L, wird aber mit Spannung versorgt und hält beide Leitungen auf einem definierten Pegel. Weil der Traktor ihn speist, bleibt der Bus abgeschlossen, auch wenn ein Steuergerät am Anbaugerät aus, abgesteckt oder defekt ist. Deshalb hat die Steckdose eigene TBC-Versorgungspins.
| Passiver Abschluss | Aktiver TBC | |
|---|---|---|
| Aufbau | Widerstand zwischen CAN H und CAN L | Versorgtes Abschluss- und Vorspannungsnetzwerk |
| Braucht Spannung | Nein | Ja, TBC-Versorgung und Rückleiter |
| Typischer Ort | Allgemeine CAN-Netze, manche Traktor-Kabelbäume | Ende des ISOBUS-Gerätebusses |
Wo der ISOBUS-TBC an der Steckdose sitzt
Die TBC-Pins gehören zu den 9-poligen Steckverbindern aus ISO 11783-2. Die vollständigen Tabellen stehen im ISOBUS-Stecker-Pinout-Guide.
ISOBUS-Steckdose am Heck (und in der Front)
Die Außensteckdose, an die Sie das Anbaugerät anschließen, hat neben dem CAN-Paar drei Pins für den Abschluss:
| Pin | Funktion | Aufgabe |
|---|---|---|
| 5 | TBC connect | Im Stecker des Anbaugeräts gebrückt. Wird sonst nirgends angeschlossen |
| 6 | TBC power | Versorgung für den Terminating Bias Circuit |
| 7 | TBC return | Rückleiter für den Terminating Bias Circuit |
| 8 | CAN H | Bus High |
| 9 | CAN L | Bus Low |
Ist kein Anbaugerät angeschlossen, endet der Traktorbus an der Steckdose, und die Traktorseite hält ihn abgeschlossen. Der gebrückte Pin 5 im Gerätestecker meldet der Traktorseite, dass der Bus jetzt ins Anbaugerät weiterläuft. Dort wird der TBC am anderen Ende, gespeist über Pin 6 und 7, zum zweiten Abschluss. Ein selbst gebauter Stecker mit falsch belegtem Pin 5 kann Busfehler verursachen, die wie ein defektes Anbaugerät aussehen.
ISOBUS-Steckdose in der Kabine
Der InCab-Stecker hat eine eigene Belegung. Er führt TBC-Versorgung auf Pin 6 und TBC-Masse auf Pin 8, für ein Gerät, das den Bus an dieser Stelle abschließen muss. Die vollständige Tabelle steht in der Pinbelegung des ISOBUS-InCab-Steckers. Die beiden Steckdosen sind unterschiedlich belegt, und ihre Stecker passen nicht ineinander. Prüfen Sie also immer, welche Tabelle Sie gerade lesen.
Symptome: Abschluss fehlt, ist doppelt oder defekt
Ein Abschlussfehler meldet sich selten als solcher. Er zeigt sich als Kommunikationsproblem:
- Anbaugerät nicht gefunden, oder es erscheint am Terminal und verschwindet wieder.
- Flackerndes VT: Die Masken des Anbaugeräts laden, frieren ein oder laden ohne Grund neu.
- Busfehlercodes, die kommen und gehen, oft SPN 639. Wie Sie sie lesen, steht im ISOBUS-Fehlercodes-Leitfaden.
| Situation | Folge |
|---|---|
| Ein Abschluss fehlt | Reflexionen vom offenen Ende, sporadische Kommunikationsfehler |
| Zwei Abschlüsse an einem Ende (drei insgesamt) | Widerstand zu niedrig, Signalpegel sinken, Fehler nehmen zu |
ISOBUS-Terminierung mit dem Multimeter prüfen
Fünf Minuten Arbeit. Danach wissen Sie, ob der Abschluss die Ursache ist, bevor Sie Kabelbäume ausbauen.
- Traktor ausschalten und warten, bis die Steuergeräte heruntergefahren sind. Gemessen wird am spannungslosen Bus.
- Anbaugerät so anschließen, wie Sie normalerweise damit fahren.
- Multimeter auf Widerstandsmessung stellen.
- Zwischen CAN H und CAN L messen. An der Heck-Steckdose sind das Pin 8 und 9. Sie können auch an einem Stecker weiter hinten im Bus messen.
| Messwert | Was er meistens bedeutet |
|---|---|
| Etwa 60 Ohm | Zwei Abschlüsse vorhanden. Richtig |
| Etwa 120 Ohm | Nur ein Abschluss. Ein Ende ist offen |
| Deutlich unter 60 Ohm | Zu viele Abschlüsse oder Kurzschluss zwischen CAN H und CAN L |
| Sehr hoch oder offen | Gar kein Abschluss oder eine unterbrochene CAN-Leitung |
Das sind die CAN-Faustwerte. Der TBC ist eine aktive Schaltung, deshalb kann der Wert im spannungslosen Zustand etwas neben den runden Zahlen liegen. Entscheidend ist der Vergleich mit abgestecktem und angeschlossenem Anbaugerät. Geht der Wert beim Anschließen nicht in Richtung 60 Ohm, suchen Sie am Busende im Anbaugerät. Stimmt die Terminierung, geht es in der ISOBUS-Fehlersuche weiter.
Abschlussstecker und die Frontsteckdose
Ein Abschlussstecker schließt den Bus an einer Steckdose, die sonst ein offenes Ende wäre. Er enthält das Abschlussnetzwerk und wird wie ein Anbaugerät in die Steckdose gesteckt. Händler führen unter ähnlichen Namen aber auch Teile, die den Bus gar nicht abschließen. Welche das sind, steht weiter unten beim ISOBUS-Dummy.
Sonderfall Frontsteckdose
Eine ISOBUS-Steckdose in der Front ist ein zweites mögliches Busende. Ob sie im leeren Zustand abgeschlossen ist, steht in der Betriebsanleitung oder weiß der Händler. Bei manchen Ausstattungen braucht sie dann einen Abschlussstecker, und fehlt er, zeigt das Heckanbaugerät die oben beschriebenen Symptome. Die 60-Ohm-Messung an der Heck-Steckdose, bei leerer Frontsteckdose, zeigt schnell, ob die Traktorseite in Ordnung ist.
ISOBUS Block und der Busabschluss
ISOBUS Block wird mit den Steckersätzen, die es zum Modul gibt, an die ISOBUS-Steckdose in der Kabine oder außen angeschlossen. Der Stecker des External Connector Kit ist der genormte Gerätestecker nach ISO 11783-2 und wird auf sechs Pins aufgelegt: ECU-Masse und ECU-Versorgung für das Modul, CAN H und CAN L sowie die abgesicherte Versorgung des Traktors und die Chassis-Masse für die COM-Schiene der Relais. Pin 5 ist der ab Werk gebrückte Kontakt des Steckers und wird nicht verdrahtet. Die TBC-Versorgung auf Pin 6 und 7 nutzt der Steckersatz nicht.
In der Kabine nutzt das Modul vier Pins: CAN L auf Pin 2, CAN H auf Pin 4, BAT+ auf Pin 7 und Masse auf Pin 9. Die TBC-Pins 6 und 8 bleiben frei. Die Pinbilder für beide Steckdosen stehen auf der Docs-Seite.
Auf der Platine des Moduls sitzt eine Steckbrücke für den Busabschluss, für den seltenen Aufbau, der ihn braucht. Normalerweise bleibt sie gezogen: Traktor und Anbaugerät schließen den Bus bereits ab. Egal was Sie anstecken, die Prüfung ist dieselbe: CAN H gegen CAN L messen, vor und nach dem Anschließen. Der Wert sollte bei etwa 60 Ohm bleiben.
ISOBUS-Dummy: Testbox, Brückenstecker oder Parkdose?
"ISOBUS-Dummy" oder "Dummybox" meint im Handel drei ganz verschiedene Dinge. Klären Sie vor dem Kauf, welches Sie brauchen.
1. Die Testbox für die Werkstatt. Ein kleines ISOBUS-Gerät, das in die Steckdose kommt und sich am Terminal anmeldet. So prüfen Sie Terminal, Steckdose und Verkabelung, ohne ein echtes Anbaugerät anzuhängen. Erscheint die Box am Terminal, sind Versorgung, CAN-Leitungen und ISOBUS-Funktion des Terminals in Ordnung. ISOBUS Block ist ein echtes ISOBUS-Gerät und lässt sich genau so einsetzen: anschließen, und seine Tasten erscheinen am Terminal. Andere Anbaugeräte simuliert es nicht. Es zeigt seine eigenen Tasten.
2. Der Brückenstecker für die Kabine. Bei Traktoren, bei denen die InCab-Steckdose mitten im Bus sitzt, verbindet ein Brückenstecker die ankommenden und abgehenden CAN-Leitungen, solange nichts eingesteckt ist. Er hält den Bus durchgängig. Ein Abschluss ist er nicht.
3. Die Parkdose. Eine Parksteckdose am Anbaugerät oder am Traktor nimmt den abgezogenen Gerätestecker auf, damit er nicht im Dreck hängt. Eine Staubkappe erfüllt denselben Zweck. Beides ist rein mechanisch und hat mit dem Bus nichts zu tun.
Brückenstecker und Parkdose schließen kein Busende ab. Das macht nur der Abschlussstecker aus dem Abschnitt oben. Achten Sie deshalb auf die Teilenummer, nicht auf den Namen.
Häufige Fragen
Brauche ich einen ISOBUS-Abschlusswiderstand?
Der Bus braucht an jedem Ende einen. Der Traktor schließt sein Ende selbst ab, und ein normales ISOBUS-Anbaugerät schließt das andere Ende seines Busses mit einem TBC ab. Selbst nachrüsten müssen Sie nur, wenn ein Busende offen bleibt.
Wo sitzt der ISOBUS-Abschlusswiderstand?
Der Abschluss auf der Traktorseite steckt im Kabelbaum oder in einem Steuergerät des Traktors. Der TBC auf der Geräteseite sitzt am Ende des Gerätebusses und wird über Pin 6 und 7 der Heck-Steckdose versorgt. An der Steckdose in der Kabine liegt die TBC-Versorgung auf Pin 6 und die TBC-Masse auf Pin 8.
Was passiert, wenn der ISOBUS nicht abgeschlossen ist?
Die Signale werden am offenen Ende reflektiert und stören die Nachrichten. Das Anbaugerät wird nicht erkannt, fällt vom Terminal oder meldet CAN-Fehler wie SPN 639. Fehlt ein Abschluss, messen Sie zwischen CAN H und CAN L etwa 120 statt 60 Ohm.
Darf ein ISOBUS zwei Abschlusswiderstände haben?
Er braucht genau zwei, einen an jedem Ende. Ein dritter, oder zwei am selben Ende, drückt den Messwert unter 60 Ohm und schwächt das Signal.
Was ist TBC power an der ISOBUS-Steckdose?
Die Versorgung des Terminating Bias Circuit, also des aktiven Abschlusses am Ende des Gerätebusses. An der Heck-Steckdose liegt sie auf Pin 6, der Rückleiter auf Pin 7. Der Traktor liefert sie, damit der Bus abgeschlossen bleibt, auch wenn ein Steuergerät am Anbaugerät aus ist.
Was ist ein ISOBUS-Dummy?
Je nach Händler eine Testbox, die sich am Terminal anmeldet, ein Brückenstecker für die InCab-Steckdose oder eine Parkdose für den Gerätestecker. Brückenstecker und Parkdose schließen kein Busende ab, das macht nur ein Abschlussstecker. Prüfen Sie vor dem Kauf die Teilenummer und was das Teil genau macht.
Sie wollen Arbeitsscheinwerfer, Magnetventile oder Hydraulikventile vom Traktordisplay aus schalten? ISOBUS Block gibt Ihnen 8 Relaisausgänge, gesteuert über das Virtual Terminal und die AUX-N-Tasten. Pinbelegung und Verdrahtung stehen auf der Docs-Seite.
