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ISOBUS Steckdose Belegung — Pinbelegung Heck & InCab-Stecker

ISOBUS Steckdose Belegung fĂĽr Heck- und InCab-Stecker: 9-polige Pin-Tabellen, CAN-Bus-Verkabelung, Terminierung und Fehlersuche im Ăśberblick.

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Der ISOBUS-Stecker ist nach ISO 11783-2 standardisiert. Jeder ISOBUS-Traktor hat zwei Steckdosen: die ISOBUS-Steckdose am Heck (für Anbaugeräte) und den InCab-Stecker (in der Kabine, für Displays, Relaismodule und Diagnosegeräte). Beide nutzen dasselbe 9-polige Rundgehäuse, aber die Belegung ist unterschiedlich. Wer sie verwechselt, bekommt keine Kommunikation.

Diese Seite zeigt die vollständige Belegung beider ISOBUS-Steckdosen. Verwenden Sie sie für das Verdrahten eines Nachrüstgeräts, den Bau eines Kabelbaums oder die CAN-Bus-Fehlersuche.

Wichtigste Punkte

  • ISOBUS-Steckdose am Heck und InCab-Stecker teilen das 9-polige Gehäuse, haben aber unterschiedliche Pinbelegungen.
  • Die Heck-Steckdose fĂĽhrt einen CAN-Bus. Der InCab-Stecker fĂĽhrt zwei: CAN 1 (Traktorbus) und CAN 2 (Ausgang zu Geräten/Anbaugeräten).
  • CAN-Bus läuft mit 250 kbit/s. 120 Ohm Terminierung an jedem physischen Ende des Netzwerks.
  • Stromversorgung am InCab-Stecker liegt auf Pin 7 (BAT+), Masse auf Pin 9 (GND). An der Heck-Steckdose ist Pin 1 Chassis-Masse, ECU-Versorgung wandert auf Pin 4.
  • Der Stecker ist bei allen ISOBUS-Traktormarken identisch. Es gibt keine markenspezifische Variante.

ISOBUS-Steckdose am Heck — Pinbelegung

Die Heck-Steckdose ist der Hauptanschlusspunkt zwischen Traktor und Anbaugerät. Sie sitzt am Heck nahe der Hydraulikkupplungen und ist so konstruiert, dass sich die Verbindung sauber löst, wenn das Anbaugerät unerwartet getrennt wird.

9-poliger ISOBUS-Stecker Pinout-Diagramm mit nummerierten und farbcodierten Pins

Pin-Funktionen — Heck

PinSignalFunktion
1GroundChassis-Masse
2ECU_GNDECU-Signalmasse
3PowerDauerplus (ungeschaltete Batteriespannung)
4ECU_PWRECU-Spannungsversorgung (12 V/24 V)
5TBC_BATT+Tractor Bus Connector Batterie
6TBC_PWRTBC-Spannungsausgang
7TBC_RETTBC-RĂĽckleiter
8CAN_HCAN-Bus High
9CAN_LCAN-Bus Low

Aktiv vs. Passiv

Die Heck-Steckdose ist zweiteilig aufgebaut:

  • Aktiv (Master): schwarzer Kontakteinsatz, am Traktor
  • Passiv (Slave): grauer Kontakteinsatz, am Anbaugerät

Die aktive Seite liefert Strom und CAN-Signale. Die passive Seite empfängt sie. Wer einen Anbaugeräte-Kabelbaum selbst baut, braucht den passiven (grauen) Stecker am Anbaugeräte-Ende. Die ISOBUS-Steckdose am Heck ist außerdem so ausgelegt, dass sie sich sauber löst, wenn sich ein Anbaugerät unerwartet vom Traktor trennt — die Kontakte geben nach, ohne die Verkabelung zu beschädigen oder spannungsführende Pins freizulegen. Eine Übersicht aller Steckertypen, Lieferanten und technischen Daten finden Sie im ISOBUS Stecker- und Verbinderleitfaden.

InCab-Stecker — Belegung der Steckdose in der Kabine

Der InCab-Stecker sitzt in der Kabine, üblicherweise rechts vom Fahrersitz oder an der B-Säule. Er ist die Anschlussstelle für Nachrüst-Virtual-Terminals, Relaismodule, Diagnosegeräte und Precision-Farming-Steuerungen, die ins ISOBUS-Netzwerk müssen, aber nicht an ein Heck-Anbaugerät gehören.

9-poliger ISOBUS InCab-Stecker Pinout mit vollständig beschrifteten und farbcodierten Pins

Pin-Funktionen — InCab

PinSignalFunktion
2CAN_LCAN Low
4CAN_HCAN High
7BAT+Spannungsversorgung (12 V oder 24 V)
9GNDMasse

Das sind die vier Pins, mit denen ISOBUS Block am InCab-Stecker verbunden ist. Die ĂĽbrigen Pins des Steckers fĂĽhren den internen CAN-Bus des Traktors, die Kabelschirmung und Massen und werden vom Modul nicht genutzt.

Zwei CAN-Busse: Was das bedeutet

Das ist der entscheidende Unterschied zum Heck-Stecker. Die Kabinenbuchse fĂĽhrt zwei getrennte CAN-Busse.

CAN 1 (Pin 2 = CAN_L, Pin 4 = CAN_H) ist die Eingangsseite. Direkt verbunden mit dem internen ISOBUS-Netzwerk des Traktors, demselben Bus, über den Virtual Terminal, Kombiinstrument und Traktor-ECUs kommunizieren. Ein angeschlossenes Gerät sieht das gesamte Traktornetzwerk.

CAN 2 ist die Ausgangsseite. Von hier geht es nach außen zu externen Geräten oder Anbaugeräten. Der InCab-Stecker arbeitet als ISOBUS-Gateway: Daten aus dem internen CAN 1 werden auf CAN 2 weitergeleitet.

Die meisten Nachrüstgeräte (Relaismodule, zusätzliche Displays, Diagnosegeräte) verbinden sich mit CAN 1. Dort kommunizieren Virtual Terminal und Traktor-ECUs. CAN 2 existiert für das Verketten weiterer Geräte oder das Weiterleiten von Daten ans Anbaugerät, wird aber von den meisten Kabinengeräten nicht benötigt.

Wo der InCab-Stecker sitzt

9-poliger ISOBUS InCab-Anschluss, versenkt in einer Kabinenstrebe des Traktors, mit herunterhängendem Gummischutzdeckel

Der Einbauort ist nach ISO 11783-2 standardisiert: rechte Seite des Fahrersitzes, üblicherweise in der Nähe der Armlehne oder B-Säule. Bei den meisten modernen Traktoren ist es eine 9-polige Buchse mit Schutzkappe.

Nicht jeder Traktor hat den Stecker bestückt. Manche Hersteller liefern die Buchse serienmäßig, andere als Option. Wenn Ihr Traktor ein ISOBUS-fähiges Virtual Terminal hat, aber keine Kabinenbuchse, schauen Sie in die Betriebsanleitung. Die Buchse ist manchmal verbaut, aber nicht bestückt. Der Händler kann sie nachrüsten.

InCab vs. Heck — Direkter Vergleich

Die beiden Steckdosen sind nicht austauschbar. Sie zu verwechseln ist der häufigste Verdrahtungsfehler bei Nachrüstinstallationen: Das Gerät bekommt Strom, taucht aber nie auf dem Virtual Terminal auf.

InCab-SteckerISOBUS-Steckdose am Heck
CAN-Busse2 (Eingang + Ausgang)1
EinbauortIn der KabineHeck des Traktors
VerwendungDisplays, Steuerungen, DiagnoseAnbaugerät-Kommunikation

Wenn Ihr Gerät Spannung bekommt, aber nicht kommuniziert, prüfen Sie zuerst, an welcher Buchse Sie stecken.

CAN-Bus-Signale und Terminierung

Das ISOBUS-Netzwerk nutzt CAN (Controller Area Network):

  • CAN_H (Pin 8 am Heck, Pin 4 am InCab CAN 1): High-Signalleitung
  • CAN_L (Pin 9 am Heck, Pin 2 am InCab CAN 1): Low-Signalleitung
  • Bitrate: 250 kbit/s, fest fĂĽr ISOBUS

Terminierung

Der CAN-Bus benötigt 120 Ohm Abschlusswiderstände an jedem physischen Ende des Netzwerks. Typischerweise:

  • Ein Abschlusswiderstand im Traktor
  • Ein Abschlusswiderstand im letzten Anbaugerät

Wer ein Gerät mitten in den Bus einfügt, braucht keine zusätzliche Terminierung. Nur einschalten, wenn das Gerät am physischen Ende des Busses sitzt. Bei ausgeschaltetem System zwischen CAN_H und CAN_L messen: etwa 60 Ohm (zwei parallele 120 Ohm) sollten ablesbar sein.

Spannungsversorgung

Die Heck-Steckdose stellt mehrere Versorgungspfade bereit:

ECU-Versorgung (Pin 4, Heck)

  • Versorgt die ECUs der Anbaugeräte
  • Typischerweise 12 V oder 24 V, je nach Traktor
  • Strombegrenzung durch den Traktor

TBC-Versorgung (Pin 6, Heck)

  • Spannungsausgang des Tractor Bus Connectors
  • FĂĽr Zusatzfunktionen
  • Aktive Stecker versorgen TBC_PWR durch interne Verbindung mit ECU_PWR

Am InCab-Stecker liegt die Spannungsversorgung auf Pin 7 (BAT+), Masse auf Pin 9 (GND). Der InCab-Stecker stellt die TBC-Pins nicht bereit. Die existieren nur an der Heck-Steckdose.

Verkabelung — Best Practices

Verdrillte Leitung fĂĽr CAN

Immer verdrillte Leitungspaare (Twisted Pair) für CAN_H und CAN_L verwenden. Reduziert EMV-Einkopplung und sorgt für eine stabile Verbindung in der Nähe von Hydraulikpumpen und Zündanlagen.

Schirmung

In elektrisch lauten Installationen geschirmtes Kabel verwenden. Schirm nur an einem Ende auf Chassis-Masse legen — sonst entsteht eine Brummschleife.

Kabelquerschnitt

AnwendungEmpfohlener Querschnitt
CAN-Signale0,5 – 1,0 mm²
ECU-VersorgungMindestens 1,5 mm²
HochstromlastenNach tatsächlichem Strom dimensionieren

Stecker-Qualität

Nur ISOBUS-zugelassene Stecker verwenden. Sie sind ausgelegt fĂĽr:

  • Temperaturbereich -40 °C bis +85 °C
  • Vibration und mechanische Belastung
  • IP67 oder besser

Was am InCab-Stecker hängt

Jedes ISOBUS-Gerät, das in der Kabine montiert wird, schließen Sie hier an:

  • NachrĂĽst-Virtual-Terminals: zusätzliche Displays, wenn das eingebaute Traktordisplay zu klein oder nicht ISOBUS-fähig ist
  • Relaismodule: wie ISOBUS Block, das 8 Relaisausgänge hinzufĂĽgt, gesteuert ĂĽber das vorhandene Display und die Joystick-Tasten des Traktors
  • Diagnosegeräte: Service-Laptops und Handdiagnose, die Zugriff auf den gesamten Traktorbus brauchen
  • Datenlogger: Feldrechner und Precision-Farming-Steuerungen, die Live-Traktordaten auslesen

Der InCab-Stecker gibt all diesen Geräten denselben Netzwerkzugang wie den eingebauten Traktor-ECUs.

ISOBUS Block anschlieĂźen

ISOBUS Block RM-8 zwischen einem Virtual Terminal mit Armlehnen-Joystick (links) und vier nachgeschalteten Verbrauchern (rechts): Arbeitsscheinwerfer, doppeltes Magnetventil, Rundumleuchte und RĂĽckfahrkamera

ISOBUS Block ist ein 8-Kanal-Relaismodul, das über den Standard-9-poligen Stecker angeschlossen wird — InCab-Stecker oder Heck-Steckdose. Es kommuniziert auf CAN 1 (dem internen Traktorbus) und erscheint automatisch auf dem Virtual Terminal. Kein zusätzliches Display nötig.

Das Modul bezieht CAN-Signal und Versorgungsstrom über den ISOBUS-Anschluss. Kein separater Versorgungs-Kabelbaum. Die Lastseite bleibt offen: Jeder Kanal schaltet den Stromkreis, den Sie an die NO/COM/NC-Klemmen verdrahten — Spannung, Masse und Stromstärke der Last sind das, was Sie anschließen.

Über das Virtual Terminal weisen Sie jedem Ausgang eine Joystick-Taste oder Bildschirmschaltfläche zu. Arbeitsscheinwerfer auf Kanal 1, Wegeventil auf Kanal 2, Armlehnentasten zuweisen. Fertig. Der Traktor speichert die Belegungen. Wie Sie Joystick-Tasten einrichten: ISOBUS AUX-N: Komplettanleitung.

Häufige Probleme

Keine Kommunikation

  1. CAN_H- und CAN_L-Verbindungen prĂĽfen
  2. Terminierung kontrollieren (~60 Ohm zwischen CAN_H und CAN_L bei ausgeschaltetem Bus)
  3. Auf vertauschte CAN_H/CAN_L-Leitungen achten
  4. Sind Sie am richtigen Stecker? InCab und Heck haben unterschiedliche Pinbelegungen

Instabile Verbindung

  1. Steckersitz und Bajonettring prĂĽfen
  2. Auf korrodierte Pins achten
  3. Crimpungen auf festen Sitz prĂĽfen
  4. Kabel auf Scheuerstellen untersuchen

Gerät erscheint nicht auf dem Virtual Terminal

  1. Nach dem Einschalten mindestens 30 Sekunden warten (Object-Pool-Upload)
  2. Versorgungsspannung am Stecker prĂĽfen
  3. Durchgang des CAN-Busses kontrollieren
  4. Geräte-Firmware muss ISOBUS VT unterstützen

Weitere Diagnose im ISOBUS Fehlersuche-Leitfaden.

9-polige hintere ISOBUS-Steckdose am Heck eines Arbeitstraktors, zwischen Hydrauliksteuergeräten und Zapfwellenkomponenten

Häufig gestellte Fragen

Wie ist die ISOBUS Steckdose belegt?

Das kommt darauf an, welche Steckdose gemeint ist. Die ISOBUS-Steckdose am Heck ist nach ISO 11783-2 9-polig belegt — ein CAN-Bus, Chassis-Masse auf Pin 1, ECU-Versorgung auf Pin 4. Am InCab-Stecker nutzt ISOBUS Block vier Pins: Pin 2 (CAN_L), Pin 4 (CAN_H), Pin 7 (BAT+) und Pin 9 (GND); die vollständigen Tabellen stehen oben.

Welche Pins hat der ISOBUS-Stecker?

Der ISOBUS-Stecker verwendet ein 9-poliges Rundgehäuse. An der Heck-Steckdose ist Pin 1 Chassis-Masse, Pin 2-4 sind ECU-Masse und -Versorgung, Pin 5-7 gehören zum Tractor Bus Connector (TBC), Pin 8-9 sind CAN_H und CAN_L. Am InCab-Stecker nutzt ISOBUS Block vier Pins: Pin 2 ist CAN_L, Pin 4 ist CAN_H, Pin 7 ist BAT+ (Spannungsversorgung) und Pin 9 ist GND. Die übrigen Pins des Steckers führen den internen CAN-Bus des Traktors und Massen und werden vom Modul nicht genutzt. Gleiches Gehäuse, andere Belegung.

Was ist der Unterschied zwischen InCab- und Heck-Stecker?

Beide nutzen das 9-polige Gehäuse nach ISO 11783-2, aber Pinbelegung und Anzahl der CAN-Busse unterscheiden sich. Die Heck-Steckdose hat einen CAN-Bus und Pin 1 als Chassis-Masse. Der InCab-Stecker hat zwei CAN-Busse (CAN 1 = intern, CAN 2 = ausgehend) und liefert Strom auf Pin 7 (BAT+) mit Masse auf Pin 9. Nicht austauschbar.

Brauche ich einen Abschlusswiderstand fĂĽr ISOBUS?

Der ISOBUS-CAN-Bus benötigt genau zwei 120-Ohm-Abschlusswiderstände, je einen an jedem physischen Ende. Die meisten Traktoren haben den traktorseitigen Abschluss eingebaut. Bei einem Gerät in der Mitte des Busses ist keine zusätzliche Terminierung nötig. Bei ausgeschaltetem System zwischen CAN_H und CAN_L messen — etwa 60 Ohm.

Welche Spannung verwendet ISOBUS?

12 V oder 24 V, je nach Traktor. An der Heck-Steckdose ist das der ECU_PWR-Pin (Pin 4); am InCab-Stecker bezieht das Modul den Strom von Pin 7 (BAT+). Die CAN-Bus-Kommunikation selbst arbeitet mit Differenzsignalen bei etwa 2,5 V.

Wie heiĂźt der ISOBUS-Stecker?

Zwei kundenfreundliche Namen: die ISOBUS-Steckdose am Heck (Heck des Traktors, wo Anbaugeräte eingesteckt werden) und der InCab-Stecker (in der Kabine, für Displays und Nachrüststeuerungen). Ein Frontstecker ist bei manchen Traktoren optional. Alle drei nutzen dasselbe 9-polige Rundgehäuse.

Ist ISOBUS dasselbe wie CAN-Bus?

ISOBUS baut auf CAN-Bus auf und ergänzt landwirtschaftsspezifische Protokolle. ISOBUS verwendet ISO 11783, abgeleitet aus SAE J1939. Physikalische Schicht (Stecker, Verkabelung) und Datenrate (250 kbit/s) sind für Landmaschinen standardisiert.

Welchen Kabelquerschnitt verwende ich fĂĽr ISOBUS?

Für CAN-Signalleitungen (CAN_H und CAN_L) verdrillte Leitungspaare mit 0,5 – 1,0 mm². Für Versorgungsleitungen mindestens 1,5 mm², passend zum tatsächlichen Strom des Geräts.

WeiterfĂĽhrende Ressourcen


Benötigen Sie ein ISOBUS-Relaismodul zur Steuerung von Magnetventilen, Arbeitsscheinwerfern oder Hydraulikventilen? ISOBUS Block stellt 8 Relaisausgänge bereit, die direkt über das Virtual Terminal Ihres Traktors gesteuert werden. Fragen zur Verkabelung, Terminierung und Steckerwahl beantwortet die FAQ-Seite.

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