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ISOBUS-Beleuchtungsanlage am Traktor: was geht, was nicht

Beleuchtung über ISOBUS: wann Lichtbefehle die 7-polige Steckdose ersetzen, wann nicht, und wie Sie Arbeitsscheinwerfer vom Terminal schalten.

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Kurz gesagt: Beleuchtung über ISOBUS heißt zweierlei. Die Straßenbeleuchtung (Blinker, Schlussleuchten, Bremslicht) kann der Traktor per Lichtbefehl über den Bus schalten, wenn Traktor und Anbaugerät das beide unterstützen. Arbeitsscheinwerfer am Anbaugerät schalten Sie über ein Relaismodul mit einer Taste auf dem Terminal und einer AUX-N-Taste an der Armlehne. Die 7-polige Steckdose bleibt an den meisten Anbaugeräten in Gebrauch.

Wer "ISOBUS-Beleuchtungsanlage Traktor" sucht, hat meist ein Angebot gesehen, das Arbeitsscheinwerfer und Straßenbeleuchtung vom Terminal aus schaltet und das 7-polige Lichtkabel überflüssig machen soll. Ein Teil davon ist Norm, ein Teil ist Verkabelung am Anbaugerät. Hier steht, was ISOBUS bei der Beleuchtung tatsächlich regelt, wann die 7-polige Steckdose bleibt und wie Sie Arbeitsscheinwerfer auf eine Taste legen.

Zwei verschiedene Dinge: Straßenbeleuchtung und Arbeitsscheinwerfer

Am Anbaugerät hängen zwei Arten von Licht, und sie haben wenig miteinander zu tun.

StraßenbeleuchtungArbeitsscheinwerfer
WasBlinker, Schlussleuchten, Bremslicht, NebelschlussleuchteScheinwerfer für Feld, Vorgewende, Ballenablage, Rückfahrbereich
WofürStraßenverkehr, gesetzlich vorgeschriebenArbeiten bei Dunkelheit
Wer schaltetDer Traktor, gekoppelt an Lichtschalter, Blinker und BremseDer Fahrer, nach Bedarf
Klassischer Anschluss7-polige SteckdoseEigenes Kabel, Schalter in der Kabine oder gar nicht vom Sitz aus
Über ISOBUSPer Lichtbefehl, wenn beide Seiten ihn unterstützenÜber eine Taste auf dem Terminal und AUX-N

Ein Angebot, das beides verspricht, löst also zwei getrennte Aufgaben. Es lohnt sich, sie einzeln anzusehen.

Straßenbeleuchtung über ISOBUS: Lichtbefehle nach ISO 11783-7

ISO 11783-7 beschreibt die Nachrichten, die Traktor und Anbaugerät im Alltag austauschen: Geschwindigkeit, Zapfwelle, Hubwerk und auch Beleuchtungsbefehle. Der Traktorrechner (TECU) kann über den Bus melden, welche Leuchten gerade an sein sollen. Ein Anbaugerät, dessen Jobrechner diese Befehle auswertet, schaltet seine eigenen Blinker, Schlussleuchten und Bremsleuchten passend zum Traktor. Das 7-polige Lichtkabel braucht es dann nicht mehr.

Damit das funktioniert, müssen beide Seiten mitspielen:

  1. Der Traktor muss Lichtbefehle senden. Das ist Teil der höheren TECU-Funktionen. Ein Traktor, der nur die Grundwerte wie Radgeschwindigkeit und Zapfwellendrehzahl meldet, sendet keine Lichtbefehle.
  2. Das Anbaugerät muss sie umsetzen. Sein Jobrechner muss dafür gebaut sein und die Leuchten selbst schalten. Ein Anbaugerät, dessen Rechner nur das Terminal bedient, reagiert auf keinen Lichtbefehl.

Fehlt eine der beiden Seiten, bleibt die 7-polige Steckdose in Gebrauch. Das betrifft die meisten Anbaugeräte, die heute auf den Höfen stehen, auch viele mit ISOBUS-Jobrechner. Ob Ihr Traktor Lichtbefehle sendet, steht in der Betriebsanleitung oder den ISOBUS-Angaben des Herstellers. Wie Sie diese Angaben lesen, zeigt der ISOBUS-Kompatibilitätsleitfaden.

Was ein Relaismodul hier nicht macht

ISOBUS Block schaltet keine Straßenbeleuchtung. Das Modul wertet keine Lichtbefehle aus und ersetzt nicht die 7-polige Steckdose. Blinker, Bremslicht und Schlussleuchten bleiben an der 7-poligen Steckdose oder an einem Anbaugerät, das die Lichtbefehle selbst umsetzt. Die Straßenbeleuchtung ist eine vorgeschriebene Funktion, und ihre Verkabelung gehört dorthin, wo der Traktor sie direkt steuert.

Arbeitsscheinwerfer über ISOBUS schalten

Hier passt ein Relaismodul. Viele Anbaugeräte haben Arbeitsscheinwerfer, die sich vom Fahrersitz aus gar nicht schalten lassen, oder nur über einen nachgerüsteten Kippschalter mit eigenem Kabel durch die Heckscheibe. Mit einem ISOBUS-Relaismodul sitzen die Scheinwerfer auf einer Taste des Terminals, das schon im Traktor verbaut ist.

So sieht die Belegung aus

  • Scheinwerfer auf Kanäle legen. Jede Scheinwerfergruppe bekommt einen Relaiskanal, CH1 bis CH8. Zum Beispiel Heckscheinwerfer auf CH1, seitliche Scheinwerfer auf CH2, Rundumleuchte auf CH3.
  • Taste auf dem Terminal einrichten. Im Bearbeitungsmodus (Softkey EDIT) geben Sie jeder Taste einen Namen, ein Symbol, die Kanäle, die sie schaltet, und den Modus. Den Namen tippen Sie selbst, also auch auf Deutsch, etwa HECK oder SEITE.
  • Modus TOG wählen. Einmal drücken, Licht an. Noch einmal drücken, Licht aus. MOM schaltet nur, solange Sie die Taste halten, und passt eher zur Hupe als zum Scheinwerfer.
  • Auf AUX-N legen. Im AUX-N-Menü des Traktors erscheinen Ihre Tasten mit dem Namen und Symbol, das Sie vergeben haben. Belegen Sie sie mit einer Joystick- oder Armlehnentaste. Wie das bei den einzelnen Marken geht, steht in der AUX-N-Komplettanleitung.
  • Gruppen bilden. Eine Taste kann mehrere Kanäle schalten. Alle Arbeitsscheinwerfer auf einen Druck, und einzeln bleiben sie trotzdem schaltbar.

Strom für die Scheinwerfer

Jeder Kanal schaltet bis zu 10 A. Das Modul selbst bekommt Strom und CAN über die ISOBUS-Steckdose. Die Scheinwerfer brauchen eine eigene Versorgung, die über die Relais läuft:

  • Modul an der ISOBUS-Steckdose am Heck: Die Relais werden aus der Leistungsversorgung im selben Stecker gespeist, die der Traktor mit 60 A absichert.
  • Modul an der ISOBUS-Steckdose in der Kabine: Die Relais speisen Sie aus einer +12-V- oder +24-V-Quelle, zum Beispiel direkt von der Batterie.

Pro Kanal gilt: Versorgung auf COM, NO zum Scheinwerfer, Rückleitung auf Masse. Die komplette Verdrahtung mit Bildern der Tastenbelegung zeigt die Anleitung Arbeitsscheinwerfer per ISOBUS und AUX-N installieren. Welche Verbraucher sich sonst noch auf diese Weise schalten lassen, steht unter Geräte vom ISOBUS-Terminal steuern.

Welche Steckdose wofür

Am Traktorheck sitzen mehrere Steckdosen, die leicht verwechselt werden. Für die Beleuchtung sind drei wichtig:

SteckdosePoleWofür bei der Beleuchtung
7-polig Beleuchtung (ISO 1724)7Straßenbeleuchtung von Anhänger und Anbaugerät: Blinker, Schlussleuchten, Bremslicht
3-polig Strom (DIN 9680)3Stromversorgung für Verbraucher, klassisch auch für Arbeitsscheinwerfer mit eigenem Schalter
ISOBUS (ISO 11783-2)9CAN-Bus, Versorgung des Jobrechners, Leistungsversorgung; Lichtbefehle laufen als Nachricht auf dem Bus

Die Belegung aller Traktor-Steckdosen mit Pin-Tabellen finden Sie unter Traktor-Steckdosen erklärt. Die Pins der 9-poligen ISOBUS-Steckdose im Detail stehen im ISOBUS-Stecker Pinout Guide.

Wenn Ihr Traktor keine Lichtbefehle sendet

Das ist bei vielen Traktoren der Fall, auch bei solchen mit ISOBUS-Terminal. Für die Beleuchtung am Anbaugerät heißt das:

  • Die Straßenbeleuchtung bleibt am 7-poligen Stecker. So wie bisher. Daran ändert kein Zusatzmodul etwas.
  • Die Arbeitsscheinwerfer kommen trotzdem aufs Terminal. Ein Relaismodul braucht keine Lichtbefehle und keine bestimmte TECU-Klasse. Es braucht ein Terminal, das Virtual Terminal kann, und für die Tastenbelegung AUX-N.

Das Ergebnis am Anbaugerät: ein 7-poliger Stecker für die Straße und ein ISOBUS-Stecker für alles andere. Wer ein älteres Anbaugerät auf diese Weise umbaut, findet den Ablauf im Leitfaden zum ISOBUS-Nachrüsten.

Häufig gestellte Fragen

Kann man die Beleuchtung über ISOBUS steuern?

Ja, in zwei Formen. Die Straßenbeleuchtung schaltet der Traktor über Lichtbefehle nach ISO 11783-7, wenn Traktor und Anbaugerät beide dafür ausgelegt sind. Arbeitsscheinwerfer schalten Sie über ein Relaismodul, das eine Taste auf das Terminal bringt.

Ersetzt ISOBUS die 7-polige Steckdose?

Nur wenn der Traktor Lichtbefehle sendet und der Jobrechner des Anbaugeräts sie umsetzt. An den meisten vorhandenen Anbaugeräten bleibt die 7-polige Steckdose für Blinker, Bremslicht und Schlussleuchten in Gebrauch. Ein Relaismodul für Arbeitsscheinwerfer ändert daran nichts.

Wie schalte ich Arbeitsscheinwerfer am Anbaugerät vom Terminal?

Verdrahten Sie die Scheinwerfer auf einen Relaiskanal eines ISOBUS-Relaismoduls und schließen Sie das Modul an die ISOBUS-Steckdose an. Richten Sie auf dem Terminal eine Taste im Modus TOG ein und legen Sie sie über AUX-N auf eine Joystick- oder Armlehnentaste. Jeder Kanal schaltet bis zu 10 A.

Braucht das Anbaugerät dafür ein ISOBUS-Steuergerät?

Für Lichtbefehle ja: Der Jobrechner des Anbaugeräts muss sie auswerten und die Straßenbeleuchtung selbst schalten. Für Arbeitsscheinwerfer nicht. Hier übernimmt das Relaismodul die Rolle des Steuergeräts und meldet sich selbst am Terminal an, auch an einem Anbaugerät ohne eigene Elektronik.

Was ist eine ISOBUS-Beleuchtungsanlage?

Meist ein Paket aus Arbeitsscheinwerfern und Steuerung, das die Scheinwerfer vom ISOBUS-Terminal aus schaltbar macht, teils zusammen mit Straßenbeleuchtung, die auf Lichtbefehle des Traktors reagiert. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihr Traktor Lichtbefehle sendet. Ohne sie bleibt die 7-polige Steckdose für die Straße nötig.


Arbeitsscheinwerfer, Rundumleuchte oder Umschaltventil auf eine Taste am Terminal legen? ISOBUS Block bringt 8 Relaiskanäle mit je 10 A auf Ihr Virtual Terminal und Ihre AUX-N-Tasten.

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