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Kabinen-Schaltbox durch ISOBUS AUX-N ersetzen

Das alte Kippschalterpult im Armaturenbrett ausmustern. 8 Relaisausgänge vom ISOBUS-Display und den AUX-N-Joystick-Tasten des Traktors schalten. Kein Loch in der Kabine, ein Kabel zum Anbaugerät.

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In jeder Werkstatt liegt eine kabinenmontierte Schaltbox in der Schublade. Ein rechteckiges Kunststoffgehäuse, vorne 1 bis 8 Kippschalter, hinten ein dickes vieladriges Kabel. Irgendwer hat sie am Armaturenbrett oder an der A-Säule montiert, ein Loch durch die Heckscheibe gebohrt und das Kabel nach unten zur Spritze, zum Anhänger oder zur Sämaschine gezogen. Die AG-Express SB-8 ist der Archetyp, aber dasselbe Schalterpult wird unter einem Dutzend Namen verkauft.

In diesem Beitrag geht es darum, diese Box durch ein ISOBUS-Relaismodul am Anbaugerät zu ersetzen und dieselben 8 Ausgänge über Display und Joystick des Traktors zu schalten. Was sich ändert, was bleibt, und die ehrlichen Fälle, in denen das alte Pult stehenbleiben sollte.

Kunden-Installation eines 32-Kanal-ISOBUS-Blocks an einer Amazone-Pantera-Feldspritze, gesteuert vom Display und den AUX-N-Tasten des Traktors

Ein 32-Kanal-Block eines Kunden an einer Amazone Pantera. Die Module werden ohne Gehäuse geliefert; der Kunde hat das Gehäuse gestellt. Das 8-Kanal-Modul funktioniert genauso.

Was die kabinenmontierte Schaltbox eigentlich ist

Die kabinenmontierte Schaltbox ist Nachrüstverdrahtung aus der Zeit vor ISOBUS. Reihen von 1 bis 8 Kippschaltern, jeder Kippschalter verdrahtet auf ein Magnetventil, ein Ventil oder eine Lampe am Anbaugerät. Kippschalter drücken, Strom fließt durch das Kabel zu genau diesem Verbraucher. Das ist der komplette Stromkreis.

Es funktioniert. Eine Generation von Landwirten hat so etwas an jede Spritze, jede Sämaschine und jeden Anhänger verdrahtet. Es hat auch Eigenschaften, die niemand gewählt hat:

  • Die Box sitzt in der Kabine. Montieren heißt: ins Armaturenbrett bohren oder eine Halterung anbringen, wo der Fahrer hinlangen kann.
  • Das Kabel zum Anbaugerät geht durch die Kabinenwand, meist durch ein in die Heckscheibe gebohrtes Loch mit einer Gummitülle, die nach zehn Wintern hart wird.
  • Das Pult ist auf ein Anbaugerät festgelegt. Wechseln Sie auf eine andere Spritze, müssen Sie die Box umsetzen, eine zweite Box montieren oder einen Sonderadapter verdrahten.
  • Die Kippschalter verschleißen. Jeder Fahrer weiß, welcher der wackelige ist.
  • Nichts an der Box sagt Ihnen, ob der Verbraucher tatsächlich geschaltet hat. Eine durchgebrannte Sicherung und ein hängendes Relais sehen aus der Kabine gleich aus.

Nichts davon war 1998 ein Konstruktionsfehler. Es war das Werkzeug, das man hatte. Auf einem Traktor ohne Datenbus, ohne Display und ohne brauchbaren Joystick ist eine Reihe Kippschalter am Armaturenbrett genau richtig.

Warum sie an einem modernen ISOBUS-Traktor scheitert

Der Traktor hat sich verändert. Ein aktueller Fendt, John Deere, Valtra oder Case IH bringt schon mit:

  • ein Virtual-Terminal-Display (den ISOBUS-Bildschirm, manchmal UT genannt),
  • eine Armlehne und einen Joystick mit programmierbaren Tasten, bereit zur Zuordnung über AUX-N,
  • eine standardisierte 9-polige ISOBUS-Steckdose, in der Kabine und am Heck, die CAN und Strom zu jedem Anbaugerät führt, das das Protokoll spricht.

Vor dieser Hardware sieht die alte Schaltbox alt aus:

  • Der Fahrer nimmt die Hand vom Joystick, um an einen Kippschalter am Armaturenbrett zu langen. Das ist eine Hand weniger am Lenkrad und ein Blick weniger im Feld.
  • Das Display des Traktors läuft mit Karten, Spurführung und Anzeigen, während ein separates Plastikpult ohne Rückmeldung das Anbaugerät steuert.
  • Beim Traktorwechsel wandert die ganze Anlage mit. Es gibt keine Software-Konfiguration, keine AUX-N-Belegung, keine Erinnerung daran, welche Taste was gemacht hat.
  • Diagnose ist Werkstattarbeit. Wenn ein Kanal nicht schaltet, kommt die Antwort abends mit dem Multimeter.

Das Missverhältnis ist nicht die Schaltbox selbst. Es ist ein Bedienlayout aus 1998 auf einem Traktor, der seit dem Aufkommen von AUX-N Mitte der 2010er Anbaugerätefunktionen von seinem eigenen Display aus schalten kann.

Was der ISOBUS Block an ihre Stelle setzt

Ein 8-Kanal-ISOBUS-Relaismodul sitzt am Anbaugerät, in einem wetterfesten Gehäuse, das der Fahrer stellt, oder in einem individuellen Gehäuse, das mit dem Aufbau geliefert wird. Ein ISOBUS-Kabel läuft vom Modul zur Heck-Steckdose des Traktors. Das ist die komplette Traktor-Seite der Installation.

Nahaufnahme des 32-Kanal-ISOBUS-Block-Moduls eines Kunden im vom Kunden gestellten wetterfesten Gehäuse am Anbaugerät

Nahaufnahme desselben Aufbaus. Das 8-Kanal-Modul wird genauso eingebaut.

Von da an:

  • Das Modul meldet sich im ISOBUS-Netz. Die 8 Kanäle erscheinen auf dem Virtual Terminal des Traktors als CH1 bis CH8, jeder mit einem am Display frei änderbaren Namen und Symbol.
  • Jede physische AUX-N-Taste am Joystick oder an der Armlehne des Traktors kann mit einer der 8 Modul-Tasten (standardmäßig eine pro Kanal) belegt werden. Belegte Taste drücken, das Relais schaltet. Die Hand bleibt am Joystick.
  • Jeder Kanal läuft in TOG (rastend) oder MOM (tastend), am Display eingestellt. Die alte Wahl zwischen rastenden und tastenden Schaltern am Ersatzteiltresen ist jetzt eine Firmware-Einstellung.
  • Die Konfiguration liegt im Modul. Vom einen Traktor abziehen, am nächsten anstecken, und Tastennamen und Symbole erscheinen am neuen VT wieder.
  • Jeder Kanal führt 10 A, geschaltet mit den Schraubklemmen NO / COM / NC. Das ist derselbe Leistungsbereich, den die Kippschalter der alten Box geschaltet haben.

Kein Loch in der Scheibe. Keine Halterung am Armaturenbrett. Kein Kabel durch die Kabine. Wie AUX-N die traktoreigenen Tasten mit den Funktionen eines Moduls belegt, beschreibt die ISOBUS-AUX-N-Komplettanleitung im Detail.

Was gleich bleibt

Nur die Steuerseite ändert sich. Das ist der Punkt, der den Umbau meistens verkauft, und es lohnt sich, hier genau zu sein.

Alte SchaltboxISOBUS Block
Kippschalter in der KabineSoftkey am VT oder AUX-N-Taste am Joystick
Vieladriges Kabel durch die ScheibeEin ISOBUS-Kabel zur Heck-Steckdose
Ein Draht pro Kippschalter zum VerbraucherEin Relais pro Kanal, das denselben Verbraucherdraht schaltet
Das Magnetventil, das Ventil, die LampeDasselbe Magnetventil, dasselbe Ventil, dieselbe Lampe
Lastseitige Verdrahtung am AnbaugerätLastseitige Verdrahtung am Anbaugerät, unverändert

Hat die alte Box acht Magnetventile an einer Spritze geschaltet, bleiben die acht Verbraucherdrähte, die vorher an den Kippschalterkontakten hingen, an ihrem Platz. Sie landen auf den NO- und COM-Klemmen des Moduls. Hydraulikschläuche, Ventilblöcke, Spulen, Lampen: Nichts davon ändert sich. Der Block schaltet Relais, und die Relais schalten das, was vorher die Kippschalter geschaltet haben. Aus Sicht des Joysticks erzählt der Beitrag Joystick am Anbaugerät durch ISOBUS AUX-N ersetzen.

Migration: nur die Steuerseite tauschen

Die ehrliche Umbauanleitung ist kurz. Der Fahrer nimmt die Verbraucherdrähte von den Kippschalterkontakten und legt sie auf die Schraubklemmen des Moduls. Das vieladrige Kabel durch die Heckscheibe kommt raus. Ein ISOBUS-Kabel geht in die Heck-Steckdose des Traktors. Namen und Symbole für jeden Kanal werden am VT eingetippt. AUX-N-Tasten werden im Zuordnungsmenü des Traktors belegt.

So oder so liegt die Arbeit am Traktor und am Modul. Die Hydraulik bleibt, wie sie ist.

Einen breiteren Blick auf die Nachrüstung eines Moduls an einem Anbaugerät, das noch nie ISOBUS gesehen hat, gibt der ISOBUS-Nachrüst-Leitfaden. Für den allgemeinen Fall des Schaltens von 12-V- oder 24-V-Verbrauchern vom Traktordisplay siehe Geräte über das ISOBUS-Terminal steuern. Und wenn das Anbaugerät spezielle Steckervorgaben oder eine andere Kanalzahl als 8 hat, wird ein individueller Aufbau des ISOBUS Block mit Hardware ausgeliefert, die auf eine Maschine vorkonfiguriert ist: Stecker, Kabellängen und Tastennamen vor Auslieferung gesetzt.

Wann die alte Schaltbox besser bleibt

Nicht jeder Traktor lohnt den Umbau. Die Schaltbox existiert auf manchen Maschinen aus gutem Grund:

  • Kein Virtual Terminal. Der Block wird über das VT konfiguriert. An einem Traktor ohne VT (oder wo das VT mehr kostet als das Modul selbst) lässt sich das Modul gar nicht erst einrichten.
  • Kein AUX-N. AUX-N ist bei neuen ISOBUS-Traktoren seit Mitte der 2010er Standard, aber ältere ISOBUS-Traktoren werden manchmal nur mit VT geliefert. Das Modul funktioniert dann weiterhin über Display-Softkeys, aber ein großer Teil des Nutzens beim Wegfall der Kippschalter liegt darin, dass Joystick- und Armlehnentasten die Verbraucher schalten.
  • Überhaupt kein ISOBUS am Traktor. Der Block spricht nur ISOBUS. Keine Steckdose, kein Anschluss. Der ISOBUS-Kompatibilitätsleitfaden enthält die Checkliste.

In diesen drei Fällen lautet die Antwort: Die alte Schaltbox tut, wofür sie gebaut wurde, und auf der ISOBUS-Seite gibt es nichts, was es besser macht. Lassen Sie sie in Ruhe.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich mein Anbaugerät für ISOBUS neu verkabeln?

Nein. Der Block ersetzt nur die Steuerseite. Die lastseitige Verdrahtung am Anbaugerät bleibt: gleiche Magnetventile, gleiche Ventilblöcke, gleiche Lampen, gleiche Verbraucherdrähte. Die Drähte, die vorher an den Kippschalterkontakten landeten, landen jetzt an den NO- und COM-Klemmen des Moduls.

Welchen Traktor brauche ich für ein ISOBUS-Relaismodul?

Einen ISOBUS-Traktor mit einem Virtual Terminal für die Einrichtung. Für den vollen Nutzen (Bedienung vom Joystick und von der Armlehne) braucht der Traktor zusätzlich AUX-N. Die meisten seit Mitte der 2010er verkauften Traktoren haben beides. Der ISOBUS-Kompatibilitätsleitfaden enthält eine Checkliste.

Muss ich ein neues Loch in die Kabine bohren?

Nein. Das ISOBUS-Kabel kommt in die Steckdose, die der Traktor bereits hat, in der Kabine oder am Heck. Keine Halterung am Armaturenbrett, kein neues Loch durch die Heckscheibe, kein eigener Kabelbaum um die Kabine herum.

Kann ich eine AG-Express SB-8 durch ISOBUS ersetzen?

Ja. Die SB-8 und die vielen baugleichen 1-bis-8-Kippschalterpulte, die unter anderen Namen verkauft werden, sind genau der Fall, um den es hier geht. Legen Sie die lastseitigen Drähte auf die NO- und COM-Klemmen des Moduls, entfernen Sie das Kippschalterpult und das vieladrige Kabel durch die Kabinenwand, stecken Sie ein ISOBUS-Kabel in die Heck-Steckdose. Dieselben acht Verbraucher, geschaltet vom Display und von den AUX-N-Tasten des Traktors.

Wie viele Verbraucher kann ein ISOBUS-Relaismodul schalten?

Acht, beim Standard-8-Kanal-Modul. Jeder Kanal führt 10 A bei 12 V oder 24 V. Ein individueller Aufbau kann jede Kanalzahl haben; die Details erklärt die Seite zum individuellen Aufbau.

Was ist, wenn das Anbaugerät zwischen Traktoren wechselt?

Der Block wandert mit dem Anbaugerät. Die Konfiguration liegt im Modul; vom einen ISOBUS-Traktor abziehen und am nächsten anstecken bringt Tastennamen, Symbole und Kanalverhalten am neuen VT wieder. Die AUX-N-Zuordnungen werden einmal pro Traktor im Zuordnungsmenü des Traktors selbst gesetzt.


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