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ISOBUS Anbaugerät-Steuerung: VT & AUX-N Einrichtung

ISOBUS Anbaugeräte-Steuerung erklärt: VT-Softkeys, AUX-N-Tasten und Relaismodul zum Schalten von Hydraulikventilen, Leuchten und Magnetventilen.

Mit ISOBUS lassen sich Ausgänge am Anbaugerät — Hydraulik-Magnetventile, Arbeitsscheinwerfer, Wegeventile — direkt über das Terminal und die Armlehnentasten des Traktors schalten. Keine zusätzlichen Schalter in der Kabine, kein herstellereigenes Bediengerät.

Hier ist der Aufbau und was man an Hardware dafür braucht.

Was ist ISOBUS Anbaugerät-Steuerung?

ISOBUS Anbaugerät-Steuerung bezeichnet die Möglichkeit, elektrische Funktionen am Anbaugerät über das CAN-Netzwerk des Traktors zu befehlen. Der Traktor liefert das Display (Virtual Terminal) und die physischen Tasten (AUX-N). Das Anbaugerät — oder ein darauf montiertes Modul — setzt diese Befehle um: Relais schalten, Magnetventile öffnen, Arbeitsscheinwerfer aktivieren.

Der Standard ist in ISO 11783 (Teile 6 und 7) definiert. Jeder ISOBUS-fähige Traktor kann mit jedem ISOBUS-fähigen Anbaugerät kommunizieren, unabhängig vom Hersteller. Das ist der Sinn des Standards: ein Kabel, ein Terminal, beliebige Kombinationen.

Der wesentliche Unterschied zu älteren Systemen: Es gibt nichts Herstellerspezifisches einzurichten. Das Anbaugerät meldet sich am Bus an, lädt seine Oberfläche auf das Terminal hoch, und der Fahrer belegt die Tasten. Einmal erledigt, dauerhaft gespeichert.

Wie ISOBUS Anbaugerät-Steuerung funktioniert

Das System besteht aus drei Ebenen. Jede Ebene hat eine klar abgegrenzte Aufgabe.

Ebene 1 — Virtual Terminal (VT)

Das Virtual Terminal ist das ISOBUS-Display des Traktors — der Bildschirm in der Kabine. Wenn ein Anbaugerät an das ISOBUS-Netzwerk angeschlossen wird, lädt es seine Bedienoberfläche (einen Object Pool) auf das VT hoch. Das Terminal stellt Tasten, Statusanzeigen und Navigation genau so dar, wie das Anbaugerät es definiert.

Der Fahrer drückt eine Softkey-Taste auf dem VT. Das Terminal sendet eine CAN-Nachricht an das Anbaugerät. Das Anbaugerät führt den Befehl aus und bestätigt den neuen Zustand. Der Bildschirm aktualisiert sich. Das ist der vollständige Ablauf.

Mehr zur Funktionsweise der VT-Ebene: ISOBUS Terminal-Lösungen: VT, UT & Anbaugerät-Steuerung. Den protokollseitigen Unterbau — Object Pools, Maskentypen, VT-Versionen — beschreibt ISOBUS Virtual Terminal erklärt.

Ebene 2 — AUX-N Physische Tasten

AUX-N (Auxiliary Input Type N, ISO 11783-6) erweitert die Anbaugeräte-Steuerung auf die physischen Eingänge des Traktors — Joystick-Tasten, Armlehnenschalter, Daumenräder. Eine Anbaugerätefunktion wird einmal auf eine physische Taste gelegt, und der Traktor speichert diese Belegung.

Ab diesem Zeitpunkt aktiviert das Drücken der Taste die Funktion, unabhängig davon, welcher Anbaugeräte-Bildschirm gerade angezeigt wird. Kein Navigieren durch Menüs beim Fahren.

Die Belegungsschritte, einschließlich herstellerspezifischer Menüführung, sind in der ISOBUS AUX-N Komplettanleitung beschrieben.

Ebene 3 — Das Steuermodul am Anbaugerät

Am Anbaugerät muss etwas die Befehle vom Traktor ausführen. Bei modernen, speziell konzipierten Anbaugeräten ist das bereits eingebaut. Bei älteren Anbaugeräten oder individuellen Aufbauten ergänzt man ein Relaismodul oder eine ECU, die ISOBUS spricht. Sie empfängt die CAN-Nachricht, schaltet das Relais, und der Verbraucher wird aktiviert.

Das Relais übernimmt den Laststrom. Das Magnetventil, der Arbeitsscheinwerfer oder der Motor wird an das Relais angeschlossen — nicht direkt an das ISOBUS-Kabel.

Was sich steuern lässt

Wenn ein Verbraucher mit 12 V oder 24 V läuft und geschaltet werden muss, kann ein Relaismodul ihn über ISOBUS ansteuern. Typische Verbraucherkategorien:

KategoriePraktische Beispiele
Hydraulik-MagnetventileWegeventil für dritte Funktion am Frontlader, Sektionsventile an Feldspritzengestängen, Sperrventile
ArbeitsscheinwerferFront- und Heckarbeitsleuchten am Anbaugerät, Untergestellbeleuchtung, Spotleuchten
RundumleuchtenWarnleuchten für Straßentransport, rotierende Bernsteinleuchten
ElektromotorenFörderband-, Lüfter- und Schneckenantriebe
Sperr-MagnetventileVerriegelungen für Rahmenklappung, Anhängerkupplungssperren, Torstellantriebe
SonderfunktionenLuftmagnetventile, Vorsteuerventile, elektrische Zapfwelleneinrückung

Das Relaismodul übernimmt den Laststrom. ISOBUS führt das Steuersignal. Hohe Ströme fließen nie durch den Bus selbst.

Ein Praxisbeispiel mit Arbeitsscheinwerfern: Arbeitsscheinwerfer installieren mit ISOBUS und AUX-N.

Benötigte Hardware

Auf beiden Seiten der Verbindung werden jeweils drei Dinge benötigt.

Traktorseitig:

  • ISOBUS Virtual Terminal (bei den meisten Traktoren ab etwa 2010 serienmäßig)
  • AUX-N-Unterstützung für physische Tastenbelegung (serienmäßig bei Traktoren mit ISOBUS-Multifunktionsarmlehne ab etwa 2012–2015)
  • Eine ISOBUS-Steckdose — entweder der InCab-Stecker oder die ISOBUS-Steckdose am Heck

Geräteseitig:

  • Ein Relaismodul oder eine ECU mit ISOBUS-Unterstützung, verkabelt mit den elektrischen Verbrauchern
  • Ein ISOBUS-Kabel, das das Modul mit der Traktors-Steckdose verbindet

Der ISOBUS-Stecker ist über alle Traktorfabrikate hinweg standardisiert. Derselbe 9-polige Stecker passt an Fendt, John Deere, Valtra, Case IH, CLAAS, Massey Ferguson, New Holland und andere. Die vollständige Pinbelegung: ISOBUS Stecker Pinbelegungsguide.

Keine externe Stromversorgung nötig. Das Modul bezieht seinen Strom über die ISOBUS-Verbindung.

ISOBUS Block für die Anbaugeräte-Steuerung

ISOBUS Block ist ein 8-Kanal-Relaismodul, das genau für diesen Einsatz entwickelt wurde. Es verbindet sich mit dem ISOBUS-Netzwerk des Traktors, erscheint auf dem Virtual Terminal und stellt acht unabhängige Relaisausgänge — CH1 bis CH8 — zur Verfügung, steuerbar über das Terminal und die Joystick-Tasten.

Jeder Kanal läuft im Modus TOG (Dauerbetrieb) oder MOM (Tastbetrieb), eingestellt über das VT. TOG eignet sich für Dauerverbraucher wie Arbeitsscheinwerfer. MOM eignet sich für Hydraulikventile, bei denen das Relais nur aktiv sein soll, solange die Taste gedrückt wird.

Ausgänge können gruppiert werden: Ein Tastendruck kann CH3 und CH5 gleichzeitig aktivieren — sinnvoll, wenn ein Wegeventil und ein Arbeitsscheinwerfer synchron laufen sollen.

Montage am Anbaugerät. Für den Einsatz auf der Geräteseite kommt das ISOBUS Block Implement Kit in einem vormontierten IP65-Gehäuse mit Zugentlastung. Gehäuse am Anbaugeräterahmen befestigen, ISOBUS-Kabel an die ISOBUS-Steckdose am Heck des Traktors stecken, Verbraucher an die Relaisanschlüsse (NO/COM/NC pro Kanal) anklemmen, Tasten auf dem Terminal belegen. Ein Kabel zum Traktor. Funktioniert mit jedem ISOBUS-Traktor, an den man es anschließt.

Das macht die Lösung auch für ältere Anbaugeräte praktikabel: Kein neues Anbaugerät nötig, kein Umbau. Modul am Anbaugerät befestigen, verkabeln, und es erscheint auf dem Terminal jedes ISOBUS-Traktors.

Technische Daten: 8 Relaiskanäle, 10 A pro Kanal, Versorgungsspannung 7–36 V DC, Betriebstemperatur −30 °C bis +50 °C.

Schritt für Schritt: ISOBUS Anbaugerät-Steuerung einrichten

Diese Abfolge gilt für ein Relaismodul, das am Anbaugerät montiert und an die ISOBUS-Steckdose am Heck angeschlossen ist.

  1. Verbraucher an die Relaisanschlüsse anklemmen. Jedes elektrische Gerät (Magnetventil, Leuchte, Motor) an die COM- und NO-Anschlüsse des gewünschten Kanals (CH1–CH8) anschließen. Ein Verbraucher pro Kanal, oder gruppiert, wenn das Modul dies unterstützt.
  2. ISOBUS-Kabel anschließen. Vom Modul in die ISOBUS-Steckdose am Heck des Traktors stecken. CAN, Strom und Masse kommen durch diese eine Verbindung.
  3. Traktor starten. Warten, bis das Modul auf dem Virtual Terminal erscheint — beim ersten Anschließen typischerweise 10–30 Sekunden, während der Object Pool hochgeladen wird. Das VT speichert den Pool; spätere Verbindungen sind schneller.
  4. Kanalmodi am VT einstellen. Für jeden aktiven Kanal TOG oder MOM wählen. Gruppenausgänge einrichten, wenn eine Taste mehrere Kanäle gleichzeitig aktivieren soll.
  5. AUX-N-Menü öffnen (im ISOBUS-Einstellungsmenü des Traktors — Ort je nach Fabrikat verschieden). Jede Kanalfunktion der gewünschten Joystick-Taste oder dem Armlehnenschalter zuordnen.
  6. Über VT-Softkeys und belegte physische Tasten testen. Prüfen, ob jeder Verbraucher aktiviert wird und korrekt in den Aus-Zustand zurückkehrt.

Der Traktor speichert die AUX-N-Belegungen. Das Modul speichert die Kanalkonfiguration. Beides bleibt über Abschalt- und Einschaltzyklen hinweg erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ISOBUS Anbaugerät-Steuerung?

ISOBUS Anbaugerät-Steuerung bezeichnet die Möglichkeit, elektrische Funktionen an einem Anbaugerät — Magnetventile, Arbeitsscheinwerfer, Relaisausgänge — über das vorhandene Terminal und die Tasten des Traktors via ISOBUS CAN-Netzwerk zu schalten. Kein zusätzlicher Kabinenschalter, kein herstellereigenes Display. Das Anbaugerät überträgt seine Bedienoberfläche an das Terminal, und der Fahrer steuert es von dort.

Welche Traktoren unterstützen ISOBUS Anbaugerät-Steuerung?

Alle Traktoren mit einem ISOBUS-zertifizierten Virtual Terminal. Die meisten großen Fabrikate (John Deere, Fendt, Valtra, Case IH, New Holland, CLAAS, Massey Ferguson, Deutz-Fahr, Kubota) unterstützen ISOBUS VT ab etwa 2010. Für AUX-N-Tastenbelegung benötigt der Traktor zusätzlich AUX-N-Unterstützung — serienmäßig bei Maschinen mit ISOBUS-Multifunktionsarmlehne ab etwa 2012–2015. Die Betriebsanleitung oder die AEF-Datenbank auf aef-online.org gibt Auskunft.

Brauche ich ein separates Display für ISOBUS Anbaugerät-Steuerung?

Nein. Das Relaismodul oder die Anbaugeräte-ECU überträgt ihre Bedienoberfläche auf das vorhandene Virtual Terminal des Traktors. Es wird der bereits in der Kabine eingebaute Bildschirm genutzt. Wenn der Traktor kein VT hat, können Nachrüst-ISOBUS-Displays (Müller, Topcon, Reichhardt und andere) diese Funktion nachrüsten — Anschluss über den InCab-Stecker.

Kann ich ein älteres Anbaugerät mit ISOBUS nachrüsten?

Ja. Ein Relaismodul in einem witterungsgeschützten Gehäuse am Anbaugerät befestigen, Magnetventile und Leuchten an die Relaiskanäle anklemmen, ISOBUS-Kabel an den Heckanschluss des Traktors stecken. Das Anbaugerät erhält ISOBUS-Anbaugeräte-Steuerung, ohne dass an der bestehenden Hydraulik oder Mechanik etwas geändert werden muss. Das Modul übernimmt die Steuerseite — die Hydraulikschläuche bleiben, wie sie sind. Den vollständigen Ablauf mit Kosten und Traktor-Voraussetzungen beschreibt der Leitfaden zum ISOBUS-Nachrüsten am Anbaugerät.

Was ist der Unterschied zwischen ISOBUS Anbaugeräte-Steuerung und AUX-N?

ISOBUS Anbaugeräte-Steuerung ist das übergeordnete Konzept: Anbaugerätefunktionen über das ISOBUS-System des Traktors bedienen, sowohl über VT-Softkeys als auch über physische AUX-N-Tasten. AUX-N ist spezifisch die physische Eingangsebene — sie belegt Joystick- und Armlehnentasten mit Anbaugerätefunktionen, sodass diese ohne Touchscreen bedienbar sind. Beide sind Teil desselben ISO 11783-6-Standards und ergänzen sich. VT-Softkeys sind immer verfügbar; AUX-N ergänzt die physische Tastenbedienung.

Kann ISOBUS Anbaugeräte-Steuerung Hydraulikventile schalten?

Ja — über Relais, die hydraulische Magnetventile bestromen. Das Relaismodul schaltet die elektrische Spule des Magnetventils; das Magnetventil öffnet; Hydrauliköl bewegt sich. Die ISOBUS-Steuerkette endet am Relais und am Magnetventil. Alles dahinter — Schläuche, Zylinder, Durchflussmengen — ist Standardhydraulik. Ein Tastendruck kann ein Wegeventil für die dritte Funktion am Frontlader öffnen oder ein Sektionsventil an einem Spritzengestänge aktivieren.

Wie viele Relaiskanäle brauche ich für eine typische Anbaugeräte-Steuerung?

Das hängt von der Anzahl der unabhängigen Funktionen ab. Ein Frontlader mit Wegeventil und zwei Arbeitsscheinwerfern benötigt drei Kanäle. Ein Spritzgestänge mit acht Sektionen benötigt acht. Pro unabhängig schaltbarem Verbraucher ein Relaiskanal — das ist die Regel. Mit einem 8-Kanal-Modul lassen sich die meisten Einzelanbaugeräte innerhalb einer Einheit abdecken.

Was passiert mit meiner Tastenbelegung, wenn ich das Anbaugerät an einen anderen Traktor anschließe?

AUX-N-Belegungen werden im Traktor gespeichert, nicht am Anbaugerät. Wenn das Anbaugerät an einen zweiten Traktor angeschlossen wird, werden die Tastenbelegungen dort einmal eingerichtet — ab dann speichert auch dieser Traktor die Konfiguration. Jeder Traktor merkt sich seine eigene Belegung unabhängig.


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